Grundschule Dillbrecht
Grundschule Dillbrecht

Mit 5 habe ich meine Phantasie an Nintendo verkauft

Medienpädagoge Wilfried Brüning hält amüsanten und interaktiven Vortrag zum Medienkunsum bei Kindern
 

 

 

Auf Einladung des Kindergartens Offdilln erfuhren viele Eltern am Dienstagabend in der Grundschule in Dillbrecht das, was viele von ihnen schon ahnten. Häufiger Medienkonsum am Bildschirm, sei es am Fernsehgerät, Computer oder mit Spielkonsolen, ist nicht gut für unsere Kinder.

 

Schüler können sich immer weniger konzentrieren, sind gereizt und die Lehrer und Erzieher melden zunehmend unruhige Kinder. Immer mehr führende Gehirnforscher bestätigen: Übermäßiger Bildschirm- und Medienkonsum wirkt sich negativ auf unsere Kinder aus. Die Gehirne bleiben einfach strukturiert, das Lernen lernen wird nahezu unmöglich und die Reifung der kindlichen Psyche wird behindert.

 

Dies veranschaulichte Brüning, unter Einbeziehung mancher Zuhörer interaktiv und eindrucksvoll. So erforschte ein Vater in der Rolle des „3jährigen Lukas“ eine Zitrone mit allen Sinnen und die anderen Gäste sahen sich die Szene auf der Leinwand an. Brüning erläuterte, welch spektakulären Vorgänge im Gehirn bei „Lukas“ durch das aktive Erforschen und Tun einsetzen, wie sich alle Sinne miteinander vernetzen und wie sich die neugewonnenen Erfahrungen abspeichern.

Ganz anders beim eintönigen Zusehen des Vorgangs der Zuschauer im Saal. Hier verkümmern millionenfach die nach Arbeit und Reize rufenden Gehirnzellen und es wird monoton nur der Sehsinn aktiviert, der vergeblich auf Vernetzungsmöglichkeiten wartet.

 

Brüning war es allerdings wichtig, darauf hinzuweisen, dass er nicht die Neuen Medien und das Internet allgemein verteufeln möchte. Wir alle sollten Kinder stark machen für das Zeitalter der Medien. Kinder sollen über Medien bestimmen, nicht die Medien über unsere Kinder.

Dazu gehöre vor allem, dass Kinder in der realen Welt vielfältige Erfahrungen machen und sich dadurch Metakompetenzen entwickeln können, die Brüning als „Statik des Vertrauens in das eigene Können“ bezeichnete.

 

Lassen Sie die Kinder Buden und Staudämme bauen, Fußball spielen oder ein Fotobuch mit selbstfotografierten Bildern herstellen“, so Brüning. Letzteres sei ein Beispiel für sinnvolle Mediennutzung neben der Computerrecherche im Internet, Hörspiele hören oder Bücher und Zeitschriften lesen. Hingegen wirkte sich der Bildschirmmedienkonsum mit DVDs, Fernsehen oder Spielen auf der Playstation sehr negativ auf das schulische Lernen aus, da neugelegte Lern- und Gedächtnisspuren direkt vernichtet, zumindest jedoch erheblich gestört werden.

 

Um eine gesunde Balance zwischen realer und virtueller Welt zu erreichen, sollten 6-jährige Kinder als Ausgleich zu 10 Minuten Medienkonsum 40 Minuten in der realen Welt spielen.

Die Begrenzung des Medienkonsums sei Ausdruck einer inneren Haltung. „Verbote zerstören nicht das Urvertrauen ihres Kindes…..je stärker Ihre innere Haltung ist, umso mehr Halt können Sie ihrem Kind geben“, schloss Brüning seinen Vortrag.

Wir wünschen allen Kindern einen guten Start in das neue Schuljahr!

 

 

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